Weihnachten oder auf den Wein achten
HaiTsung - 29.11.1998
Ich hatte Anfang November 93 meine Stelle als wissenschaftlicher
Mitarbeiter an einem Institut an der Uni angetreten und bekam
direkt die Aufgabe uebertragen die anstehende Weihnachtsfeier zu
organisieren. Derartige Taetigkeiten werden traditionsgemaess immer
an die juengsten Mitarbeiter delegiert. Ebenso ist es Tradition,
dass zu diesem Anlass die Studenten, Mitarbeiter und Professoren
entweder einen Unkostenbeitrag leisten, selbstgemachte Koestlichkeiten
fuer das kalt/warme Bueffet beisteuern oder fuer Getraenke sorgen.
Dies wird natuerlich alles akribisch auf einer Liste eingetragen,
damit man bei der Feier zum Schluss nicht vor acht Schuesseln
Kartoffelsalat und 43 Flaschen Gluehwein steht - eine Bottleparty also,
wenn man so will.
Am Abend der grossen Feierlichkeiten erschienen dann viele Leute
- die ich als Neuling natuerlich noch nicht kannte - aber alles
lief wie am Schnuerchen, bis... ja, bis mich eine Frau ansprach,
ob es denn auch Wein gaebe. Natuerlich wusste ich noch, wer sich
auf der Liste fuer den Wein eingetragen hatte:
"Wein? Mmmh..., ist denn keiner da? Den Wein wollte eigentlich
Professor Buchbinder (*) mitbringen", sagte ich.
Sie antwortete: "Oh, dann hat mein Mann den wohl vergessen."
*oouups*
Mir war das ganze schrecklich peinlich. Was fuer ein Fettnaepfchen
- und ich stand mittendrin. Was mich beruhigte war, das ich nicht
alleine drinstand. Frau Buchbinder grinste mindestens genauso verlegen
wie ich... ;-)
Bei einem gemeinsamen Gluehwein aus Pappbechern war das ganze allerdings
schnell vergessen und bei der Weihnachtsfeier im naechsten Jahr (bei der
mir als immer noch juengstem Mitarbeiter wieder die Ehre zukam sie zu
organisieren) hatte Prof. Buchbinder selbstredend fuer den Wein gesorgt...
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(*) Name geaendert
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